Letztens habe ich mich gefragt, wie ich jemandem beschreiben würde, wie sich Traurigkeit für mich anfühlt.
Diese Traurigkeit, wenn einen etwas verletzt, etwas schiefgeht oder zu Ende geht. Diese Traurigkeit, die normal ist, ja geradezu menschlich. Diese Traurigkeit, die sich anfühlt, als würde man auf einer Parkbank nahe einer stark befahrenen Straße sitzen. Die Wolken sind zugezogen, man hört das Gewitter grollen, ganz dumpf und weit weg, und es fängt an zu regnen. Strömender Regen, der über einen herfällt.
Und man kann nicht einmal mehr sagen: „Tropfen für Tropfen, der die Haut trifft.“ Nein, es ist ein endlos währender Strahl aus Wasser, der über einen zusammenbricht, fast so, als würde direkt über deinem Kopf jemand einen Eimer ausleeren. Und das Eimer … für Eimer … für Eimer.
Und dann, weil du ja noch nicht nass genug bist, kommt ein Auto viel zu schnell um die Ecke gebogen und fährt mit vollkaracho in die Lacke, die direkt vor deiner Parkbank auf der Straße entstanden ist, durch den vielen Regen.
Und du sitzt da auf dieser Parkbank, bekleidet mit einem blauen Sommermantel, zusammengekauert und mittlerweile mit Dreck im Gesicht, weil dich das Auto angespritzt hat, und du denkst dir nur: Schlimmer kann dieser Tag eigentlich nicht mehr werden.
Ja, so fühlt sich Traurigkeit für mich an.
